Joanna Catherine Schröder, Credits: Stephanie Sian Smith

#girlsinsight: Joanna Catherine Schröder

Joanna Catherine Schröder, 28, Hamburg/Berlin

Wenn Joanna Frauen fotografiert, dann findet sie in ihren Modellen und Freundinnen immer auch ein Stück ihrer selbst wieder. Gleich einem Spiegelbild – so umreißt sie ihr Gegenüber, das so schwer zu fassen ist. Vielschichtigkeit versus Eindeutigkeit. Schnell entzieht es sich wieder. Doch auch ohne eindeutigen Fixpunkt findet Joanna hier den Ausgang ihrer Fotografie, ihre Motivation und zugleich Identifikation.

1. Wie siehst du die Welt?

Bunt, groß, unendlich.

2. Wie siehst du Frauen?

Bunt, vielfältig, unsterblich.

3. Zeig uns ein Symbol-Foto für deinen aktuellen Geisteszustand?

© Joanna Catherine Schröder
© Joanna Catherine Schröder

4. Wie verbindest du deine Charaktereigenschaften mit deinem Beruf?

Oh. Gute Frage! Ich konnte mich schon als Kind nie für irgendwas entscheiden. Ich mag Katze und Hund, Mann und Frau, Meer und Berge, Musik und Kunst, Schwarz und Weiß, Kaffee und Tee und manchmal auch Rot- und Weißwein.

Ich glaube, das beschreibt ganz gut meine Charaktereigenschaften und meinen Beruf. Ich bin mal dies, mal das, aber versuche immer zu 100% ich zu sein. Ich schreibe, fotografiere, erstelle Playlisten und tobe mich in allem kreativ aus! Meine Mutter meinte immer: “Joanna, la curiosité est un mauvais défaut” (‚Neugierde ist eine schlechte Angewohnheit“). Aber Neugierde hält mich auf Trab. Und ich versuche, alles mit ganz viel Liebe und Authentizität zu machen. Légid halt!

5. Kämpferin und/oder Denkerin?

Träumerin <3

6. Was hast du von einer Frau gelernt?

Ich lerne von vielen Frauen. Ich habe von ruandischen Frauen gelernt, dass ein Blick mehr sagen kann als tausend Worte. Ich habe von französischen Frauen gelernt, dass man auch mit 50 sexy sein kann. Ich habe von deutschen Frauen gelernt, dass man mit viel Geduld und Ausdauer seine Ziele immer erreichen kann.


Was Joanna zur Bildauswahl sagt:

»Frauen sind Bewegtbilder, deswegen ist es schwer, sie in einem Foto zu fassen. Tagsüber ist die Frau eine tanzende Frau. Wie das Emoji mit der Tänzerin im roten Kleid. Ihr Blick ist ins Weite gerichtet, ihre Bewegung oft ungeplant, aber meistens zielsicher und die Kleidung ein Gewand, das sich dem Körper anpasst. Nachts kommt ihr Blick zur Geltung. Aus der Tänzerin wird eine dunkle Gestalt, die sich nicht fassen lässt. Aber es ist eine liebende Frau, eine die keine Scheu hat, ihren Blick auf dich zu richten, eine die genau weiß, dass ihr nackter Körper mehr Kraft hat als alles andere auf der Welt.«

© Joanna Catherine Schröder
© Joanna Catherine Schröder
© Joanna Catherine Schröder
© Joanna Catherine Schröder
© Joanna Catherine Schröder
© Joanna Catherine Schröder
© Joanna Catherine Schröder
© Joanna Catherine Schröder
© Joanna Catherine Schröder
© Joanna Catherine Schröder
© Joanna Catherine Schröder
© Joanna Catherine Schröder
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Joanna Catherine Schröder, Credits: Stephanie Sian Smith
Credits: Stephanie Sian Smith

Hier findest du mehr über Joanna:
Portfolio
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#girlsinsight erkundet, wie Frauen in der Fotografie andere Frauen darstellen und stellt dabei eine lange Tradition der Selbstermächtigung der Frau durch die Kamera in den Vordergrund. Die Ambivalenz, die in der Fotografie- sowie der feministischen Theorie bereits unzählige Seiten gefüllt hat, wird in dieser Interview-Serie in der Praxis visuell sichtbar gemacht: die Frau als körperliches Objekt, als Subjekt, als Identifikationsfläche – jedes einzeln für sich oder alles zusammen.